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«Think about it» - mit 90 die Welt retten

«Think about it» - mit 90 die Welt retten

Zwei 90-jährige Ladies tuckern mit ihren Rollatoren durch einen amerikanischen Supermarkt. «Unser Land ist voller Mist und Abfall…» beschwert sich die eine, während die andere zwischen meterhohen Regalen nach einem passenden Geschenk sucht. Ein immenses Überangebot an Spielsachen, alle aus Plastik, billig verarbeitet. Einerseits der pure Überfluss, andererseits leere Kassen, Menschen, die ihre Arbeit verlieren und somit auch ihr Dach über dem Kopf. Wie kann das sein?

Der Ausflug zum Supermarkt ist Anstoss für die beiden Damen Shirley und Hinda, genauer hinzuschauen. Scharfsinnig wollen sie dem Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und der aktuellen Finanzkrise der USA auf die Schliche kommen. Kann man sich wirklich aus der Krise shoppen? Was bringt Wirtschaftswachstum? Kann Arbeitslosigkeit durch steigenden Konsum behoben werden?

Zwei ungewöhnliche Aktivistinnen machen sich stark, recherchieren an der Universität und melden sich zu einem Wall Street Dinner in New York an. Auf die kritische Bemerkung «…aber die ganze Welt steckt doch in einer Krise…» antwortet ein junger Mann mit « …gerade deshalb wollen wir uns amüsieren! Wenn schon alles den Bach runtergeht, dann wollen wir wenigstens Spass haben…»

Eine der Ladies schnappt sich ein Mikrofon auf der Bühne und fragt die versammelte Wall Street Elite, wozu Wirtschaftswachstum wirklich gut sei. Natürlich wird sie nicht ernstgenommen und mit einem lauwarmen Witz seitens der Veranstalter hinausspediert. «…that was my mother, she always spoils everything».

Immerhin, die 90-jährige Dame hat ihre Frage platziert und ruft abschliessend noch in den Saal «Think about it!»

Hinda und Shirley werden wohl hoffentlich noch lange durch verschiedene Social Media Kanäle tuckern «Wirtschaftswachstum ist nicht die Lösung Leute, es ist das Problem!» – und vielleicht sickert die eine oder andere Frage ja auch bei politischen Entscheidungsträgern durch.

Diese Arte-Doku wurde vom norwegischen Filmregisseur Havard Bustnes produziert.