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Deutsch oder Schweizerdeutsch «im echten Leben» lernen

Deutsch oder Schweizerdeutsch «im echten Leben» lernen

Larissa, du hast unumondo gegründet, um Menschen zu ermöglichen, Deutsch oder Schweizerdeutsch «im echten Leben» zu lernen – Wie funktioniert das?

Unsere Methode ist auf der wissenschaftlichen Erkenntnis aufgebaut, dass die Sprache in der Anwendung am einfachsten gelernt wird. Wenn man Menschen fragt, wie sie es geschafft haben, eine Sprache fliessend zu sprechen, antworten sie ja auch meist: beim Anwenden im Land selbst und beim Kommunizieren mit Locals.

Genau das haben wir nun in unser Konzept gepackt: wir haben ein Netzwerk an Einheimischen, oder Menschen, die schon lange in Zürich leben, die wir in unserer Methode trainieren. Mit den Lernenden besprechen wir zuerst ihre Bedürfnisse und Interessen und schlagen ihnen dann passende «Local Coaches» vor.

Die beiden treffen sich dann und wenden die Sprache direkt in Situationen an, die ins Leben der Lernenden passen. Spricht der oder die Lernende so gut wie kein Wort Deutsch, gehen sie zusammen einkaufen, in die Bäckerei oder ins Cafe. Hat er oder sie schon Grundkenntnisse, wird oft beim Mittagessen oder Afterwork Drink über Themen gesprochen, die beide interessieren. Es wird genau das gelernt, was sie auch tatsächlich interessiert.

Die Lernenden erhalten am Ende jeder Session spezifisches Feedback, das sie sich aufschreiben, damit es nicht nur bei einer Konversationsstunde bleibt.

Möchten mehr Kunden von euch Deutsch oder Schweizerdeutsch lernen?

Grundsätzlich ist es noch ziemlich ausgeglichen. Es kommen jedoch mehr und mehr Menschen, die Schweizerdeutsch lernen möchten. Die Lernenden hören oft, sie sollten nicht Schweizerdeutsch lernen, weil es ihnen nichts bringen würde. Wir gehen jedoch zuerst die Bedürfnisse der Lernenden durch. Ist es ihr Ziel, sich hauptsächlich wohlzufühlen und zu verstehen, was rundum passiert – ev. mit den Freunden der Kinder und deren Eltern sprechen zu können, lokale Freundschaften zu schliessen – macht Schweizerdeutsch zu lernen sehr viel mehr Sinn. Viele benötigen die Sprache nicht für den Job, sondern primär mal fürs private Leben, um sich nicht fremd zu fühlen.

Worüber freust du dich bei deiner Arbeit am meisten?

Es freut mich riesig, wenn unsere Kunden uns mitteilen, wie sich ihr Leben durch die Sessions bei uns verändert hat . Wir hören dann zum Beispiel, dass sich eine Kundin nach kürzester Zeit bei uns nun zutraut, andere Mütter auf dem Spielplatz anzusprechen. Oder dass Local und Lernende gute Freunde geworden sind, oder wie die eine Kundin, die vorher kaum Small Talk führen konnte, nun Brexit erklärt.

Viele kommen zu uns, weil sie mit klassischem Sprachunterricht frustriert sind – zwar die Basics gelernt haben, nun aber nicht weiterkommen. Und das teilweise seit Jahren. Ich freue mich dann jedesmal zu hören, wie sinnvoll sie unser Angebot finden, vor allem weil man auch Locals kennenlernt.

Was auch grossartig ist, sind die Kontakte, die wir knüpfen dürfen. Wir kennen ja noch alle Locals persönlich und sprechen mit jedem Kunden mindestens am Telefon. Ich darf in kürzester Zeit sehr viel spannende Menschen kennenlernen. Es ist schön zu sehen, dass beide Seiten sehr offen und an den Mitmenschen interessiert sind. Wir bringen so die beiden Bubbles – Schweizer und Nicht-Schweizer – ein kleines Bisschen näher zusammen.

Ich möchte Schweizerdeutsch lernen. Wie läuft eine Session mit einem Local genau ab?

90% der Session beinhaltet das Anwenden der Sprache. 10% ist spezifisches Feedback. Wir trainieren unsere Locals vor allem darin, wie sie korrigieren oder eben nicht korrigieren. Grundsätzlich wird nämlich nicht korrigiert, sondern am Ende spezifisches Feedback gegeben oder Dinge erklärt und aufgeschrieben. Es sollen Fehler gemacht werden und nur so korrigiert werden, dass es das Gehirn auch aufnehmen kann.

Das wichtigste ist, dass beide Spass daran haben, dass man nur Dinge tut, die beide ansprechen. So garantieren wir Motivation und Leichtigkeit sowie schnelles Lernen.

Wie schon erwähnt, sind die Aktivitäten sehr abhängig von den Interessen und Persönlichkeiten: die einen treffen sich zum Business Lunch und reden über Wirtschaft und Politik, andere gehen mit ihren Kindern auf den Spielplatz, treffen sich zum Kaffee, gehen am See spazieren oder einkaufen und lernen so mit allen Sinnen.

Ist das Angebot auch für Unternehmen geeignet, die vorübergehend oder dauerhaft Mitarbeiter aus dem Ausland in der Schweiz beschäftigen?

Unbedingt. Die Schweiz zeichnet sich zwar durch die tolle Natur, die hohe Sicherheit und die hohe Lebensqualität aus. Beim Ease of Settling In Index landeten wir im 2016 jedoch auf Platz 61 von 65. Dementsprechend hoch ist auch das Risiko von Assignment Abbruch (frühzeitiges Verlassen des Landes/Jobs) von internationalen Mitarbeitern, die sich hier nicht zuhause fühlen. Abgebrochen wird aber vor allem auch, wenn sich die Partner und Familien der Arbeitnehmer/innen nicht zuhause fühlen.

Firmen bieten ihren Mitarbeitern und deren Partnern zur Integrationsförderung oft Deutschunterricht an, dieser führt jedoch selten zu besserer Integration.

Unser Angebot ist deshalb spezifisch auf Integration ausgerichtet, weswegen wir auch Firmenangebote haben.

Was müssen Personen, die Local werden wollen, für Voraussetzungen mitbringen?

Interesse an Menschen, Offenheit, Geduld, Empathie und Freude am Vermitteln. Unsere Kunden haben verschiedenste Hintergründe und Interessen und sind im Alter zwischen 30 und 60. Somit suchen wir verschiedenste Locals allen Alters.

Zur Bewerbung geht’s hier.

Ihr seid ein Startup – Wie können wir euch darin unterstützen zu wachsen?

Bewerbt euch als Locals, spread the word, wenn ihr Menschen kennt, die von unumondo profitieren könnten. Wir laden euch auch gerne jederzeit auf einen Kaffee ein!

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