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50plus-Jobs – Stellenportal für erfahrene Arbeitskräfte

50plus-Jobs – Stellenportal für erfahrene Arbeitskräfte

Mit «50plus-Jobs» betreibt Samuel Stalder das Schweizer Online Stellenportal speziell für die Zielgruppe erfahrener Arbeitskräfte und für Unternehmen, die sich zu Altersdiversität bekennen und Stellen inklusiv ausschreiben. Im Interview verrät er uns, wie sich 50plus-Jobs von anderen Jobbörsen abhebt, wo Knackpunkte in der Stellensuche Ü50 liegen können und Ansätze für mehr Chancengleichheit im Bewerbungsverfahren.

Lieber Samuel, was können sich unsere Leserinnen und Leser unter dem Portal «50Plus Jobs» vorstellen?

50plus-Jobs.ch (ehemalig Work50) ist ein Schweizer Online Stellenportal, welches sich an die Generation 50plus richtet.

Warum hast du ein Stellenportal für die Generation 50plus gegründet? Welche Probleme von Stellensuchenden und Unternehmen adressiert ihr?

Vor fünf Jahren, ich war damals 33, nahm ich ein einjähriges Sabbatical, um mich beruflich neu auszurichten. Da ich in meiner beruflichen Laufbahn bei vielen grossen Online-Marktplätzen tätig war, habe ich mir ein gutes Know-how und Netzwerk in diesem Bereich aufgebaut. Beides zusammen wollte ich nutzen, um eine neue Nische oder Business Modell zu entdecken. Dafür wollte ich mir eigentlich ein Jahr Zeit geben, um herauszufinden, welches Problem ich lösen will. Doch durch das mediale Interesse zum Thema «Jobsuche 50plus» war nach zwei Wochen klar, dass ich ein Jobportal für die Generation 50plus gründen muss. Seitdem bin ich diesem Thema 24/7 committet.

Das Ziel des Portals ist in erster Linie, den Stellensuchenden zu zeigen, auf welche Stellen und bei welchen Unternehmen sie sich bewerben können, ohne dabei wegen ihres Alters diskriminiert zu werden. Auf der anderen Seite möchten wir den Unternehmen eine Plattform bieten, sich zu diesem Thema zu committen und sie auf die Thematik 50plus zu sensibilisieren.

Wo steht ihr heute und wie soll es weitergehen?

Seit diesem Jahr bin ich nicht mehr alleine unterwegs. Ich bin sehr froh, dass ich zwei tolle und kompetente Geschäftspartner gefunden habe, die mit mir das Geschäft weiter vorantreiben. Wir konnten uns dieses Jahr sogar vergrössern und neben 50plus-Jobs noch weitere Diversity-Jobbörsen für Mütter, Väter und die LGBTI-Community lancieren. Wir stellten bei unseren Kundenbesuchen fest, dass auch in diesen Themen Bedarf besteht.

Die nächsten Schritte sind sicher an Bekanntheit zu gewinnen und mehr Unternehmen für die Diversity-Thematik zu gewinnen.

Als Marktplatz verbindet ihr Stellensuchende mit Unternehmen. Welche Dienstleistungen können diese beiden Gruppen von «50plus-Jobs» erwarten?

Alle unsere Services für Stellensuchende sind kostenlos. Jeder Stellensuchende kann sich zum Beispiel mit einem CV-Profil registrieren oder ein kostenloses Job-Suchabo abonnieren, um über die neuesten Jobs informiert zu werden.

Unternehmen können Ihre 50plus-trauglichen Vakanzen bei uns publizieren, sie erhalten ein Firmenprofil für ihr Employer Branding und haben die Möglichkeit, die CV-Datenbank nach geeigneten Profilen zu durchsuchen.

Es gibt ja schon einige Stellenportale für den Schweizer Stellenmarkt. Was sind die wichtigsten Argumente für Unternehmen, bei «50Plus Jobs» zu inserieren?

Es gibt viele Gründe, welche für die Generation 50plus sprechen, wie zum Beispiel Loyalität gegenüber dem Arbeitgebenden und dass erfahrene Mitarbeitende viel Wissen und (Lebens-) Erfahrung in Unternehmen bringen. Aber wichtig ist sicher auch die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung und die Erkenntnis des demografischen Wandels.

Wo liegt in deinen Augen der Knackpunkt, dass sich Stellensuchende Ü50 auf dem Arbeitsmarkt schwerer tun und von Unternehmen weniger berücksichtigt werden als andere Altersgruppen?

Das sind ganz klar die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber der Generation 50plus. Zum Beispiel, «dass ältere Stellensuchende immer krank sind», «dass sie nicht bereit sind neues zu lernen» oder «dass sie nicht mit Veränderung umgehen können». Ein weiterer wichtiger Aspekt ist sicher auch der höhere BVG-Anteil, der bezahlt werden muss. Meist ist das aber auch ein Vorwand oder ein Grund, der eigentlich keiner ist. Erfahrene Mitarbeitende können für Unternehmen auch sehr viele Vorteile mitbringen. Wie zum Beispiel, dass Arbeitnehmende Ü50 länger im Unternehmen bleiben. Oder dass sie viel Wissen und Erfahrung in Unternehmen bringen. Warum wird so wenig über die Vorteile gesprochen? Ich bin überzeugt, dass auch da der Wurm drin ist.

Wie können Unternehmen ihren Recruitingprozess so gestalten, dass auch ältere Bewerbende faire Chancen erhalten?

Es muss intern über diese Thematik gesprochen werden. Wenn eine Stelle besetzt werden muss, oder eine neue Stelle geschaffen wird, führt in der Regel der Recruiter/die Recruiterin mit der Linie das Gespräch. Und genau da muss man sich die Frage stellen: «Kommen für diese Position auch erfahrene Bewerbende in Frage? Ist Teilzeit möglich? Oder Jobsharing?». Wenn diese Fragen gestellt werden, bin ich überzeugt, dass man auch die Linie für mehr Diversität sensibilisieren kann.



Samuel Stalder und 50Plus Jobs im Web: